Star Trek Beyond

Filmkritik | Berlin, 06.08.16

Existenzkrisen, kultige Reibereien und ganz viel Action

„Die ganze Zeit hast Du versucht, wie dein Vater zu sein. Jetzt fragst Du dich, was es wohl bedeutet, Du selbst zu sein.“ So bringt Chefarzt Leonard „Pille“ McCoy (Karl Urban) auf den Punkt, in welcher Sinnkrise sich Kapitän James T. Kirk (Chris Pine) zu Beginn des dritten Kinofilms der Enterprise-Neuadaption STAR TREK BEYOND befindet. Nach drei Jahren Forschungsmission im Weltall überlegt der Raumschiffkommandeur aufzuhören. Ähnlich geht es Wissenschaftsoffizier Spock (Zachary Quinto), der sich nach dem Tod von Botschafter Spock (Leonard Nimoy) verpflichtet fühlt, dessen Aufgaben zu übernehmen.

Während Kirk und Spock bei melancholischen Klängen noch mit ihrer Bestimmung hadern, folgt die Enterprise einem vermeintlichen Hilferuf. Das Raumschiff wird angegriffen und strandet zerstört auf einem unbekannten Planeten. Die gefangene Crew um Kommunikationsoffizierin Nyota Uhura (Zoë Saldaña) begegnet Angreifer Krall (Idris Elba). Es wird klar, auch Krall befand sich einst auf Sinn-Suche und fand ihn im Ziel, die Planeten-Föderation Sternenflotte zu zerstören. Die wenigen entkommenen Offiziere um Kirk treffen auf die gestrandete Jaylah (Sofia Boutella). Gemeinsam gilt es, die Besatzung zu befreien und die Föderation zu retten.

Gab es in den früheren Star Trek Filmen einige Außerirdische unter vielen Menschen, zeigt sich die Weite der Sternenflotte in STAR TREK BEYOND, der seit dem 21. Juli in den deutschen Kinos ist, durch die vielen nicht-menschlichen Offiziere. Diese Föderation, die technisch viel weiter ist als ihr Pendant der 60er, ist groß, offen und so liberal, dass auch die vorher vieldiskutierte Homosexualität von Steuermann Hikaru Sulu (John Cho) wie selbstverständlich eine szenische Randnotiz bleibt.

Regisseur Justin Lin (Fast & Furious 3-6) liefert, unterstützt von Produzent J. J. Abrams (Regie Star Trek und Star Trek Into Darkness), ein actionreiches Sci-Fi-Abenteuer. Das lustige Drehbuch stammt von Doug Jung (Confidence) und Komiker Simon Pegg, bekennender Star Trek Fan und im Film als Chefingenieur Montgomery „Scotty“ Scott zu sehen.

Trekkies finden Analogien zur Kultserie, wie Reibereien zwischen Spock und Pille, den Faustkampf des Kapitäns in Tradition William Shatners (früherer Kirk) und Scottys Reparaturen in letzter Minute. Actionfans kommen auf ihre Kosten durch explosive Spezialeffekte, ein rasantes Motorrad-Ablenkungsmanöver und die finale, explosionsreiche Weltraumschlacht, die gekonnt begleitet wird vom Song „Sabotage“ der Beastie Boys. Damit ist die Hip-Hop-Kultband auch im dritten Teil der Star Trek Neuadaption wieder dabei.

Der Film lebt mehr von lustigen Dialogen und Effekten, als von inhärent logischer Handlung. Zusammenhänge wirken zuweilen konstruiert und die Bedrohung durch einen Feind aus den eignen Reihen erinnert an den Vorläufer Star Trek Into Darkness. Dennoch ist STAR TREK BEYOND ein massentauglicher und kurzweiliger Actionstreifen, in dem die sympathischen Charaktere am Ende hoffentlich doch ihre Bestimmung finden.

StarTrekBeyond-Graphiti an einer Londoner Hauswand

Und weil nach dem Film vor dem Film ist, endet der 13.Kinofilm der Science-Fiction Kultreihe, nebst einer Hommage an die verstorbenen Schauspielkollegen Leonard Nimoy und Anton Yelchin (Fähnrich Pavel Chekov), wie immer mit dem Intro-Slogan der Enterprise Serie, den „Unendliche Weiten“.

 

STAR TREK BEYOND ist seit dem 21.Juli 2016 im Kino. Auch in 3D. Trailer