Internationaler Frauentag: "Unsere Demonstration wird die Welt verändern"

[Sa.,08-03-14] Vor der Bibliothek im Hibiya Park in Tokyo hat sich eine große Anzahl Polizisten in Uniform und in Zivil postiert. An diesem 8. März, dem Internationalen Frauentag, findet hier um 13:30 Uhr unter dem Titel „Unsere Demonstration wird die Welt verändern“ der Kongress verschiedener Fraueninitiativen statt. Etwa 80 TeilnehmerInnen haben sich eingefunden.

Polizeiaufgebot im Hibiya-Park

Der Klub Demokratischer Frauen, eine Gruppierung die sich selbst als „besonders kämpferisch“ ansieht, erklärt „In vielen Ländern kämpfen Frauen gegen Ungerechtigkeit. Der 8. März ist der Tag der Internationalen Solidarität und nur gemeinsam können wir es schaffen.“

Ein Hauptthema der Reden sind die Arbeitsbedingungen in japanischen Betrieben. Akiko Okuno hat lange Zeit Nachtschichten in ihrem Betrieb gemacht und hatte dabei einen Arbeitsweg von 230km. Aufgrund eines Unfalls in der Arbeit konnte sie ihrem Beruf nicht mehr nachgehen und wurde entlassen. Motoko Arai berichtet voKongress zum Internationalen Frauentag in Tokyon den Arbeitsbedingungen der Krankenpflegerinnen. Es gäbe hauptsächlich junge Frauen, die beispielsweise körperlich nur schwer in der Lage seien die überwiegend älteren Herren zu heben. Gleichzeitig würden aufgrund der Kürzungen immer mehr Arbeiten für jede einzelne anfallen. Internationaler Gast ist die deutsche Umweltaktivistin Kerstin Rudek, die in ihrer Rede von dem Kampf um Verhinderung des geplanten Endlagers Gorleben berichtet, dem Ziel des Atomausstiegs Deutschlands und die Notwendigkeit grenzübergreifender Zusammenarbeit hervorhob.

ImDemonstration / Internationaler Frauentag in Tokyo Anschluss an den Kongress folgt ein gemeinsamer Protestmarsch zum Mizutanibashi-Park. Der Zug nimmt einen Streifen der Straße ein. Die Polizei stellt mit lauten Rufen immer wieder sicher, dass die Demonstranten auf ihrer Seite bleiben. Neben dem Protestzug laufen Polizisten in Zivil und machen sich unentwegt Notizen. Durch die Lautsprecher hallen Protestrufe wie: „Arbeiter müssen stärker werden!“; „Arbeiter gebt nicht auf!“; „Atomkraftwerke abschalten!“; „Das ist eine Demo aller!“ Manche Passanten blicken ablehnend, viele filmen, einige nicken oder klatschen zustimmend.

Kawazoe Nozomi arbeitet in einem Krankenhaus und ist Mitglied der Demokratischen Frauen Japans. Sie erklärt „Wichtige Themen der Frauenbewegung sind der Kampf gegen Krieg, der Kampf gegen Atomkraft, aber auch ökologische Themen. Dabei arbeiten wir mit verschiedenen Gruppen wie der Arbeiterbewegung zusammen. Seit dem Atomunfall ist die Frauenbewegung angewachsen. Es haben sich u.a. viele junge Mütter der Bewegung angeschlossen und das Anti-Atom-Thema ist in den Vordergrund getreten.“ Und Tsuruta Hisako, Geschäftsführerin des Klubs Demokratischer Frauen hält fest: „Es geht nicht darum gegen Männer zu kämpfen. Männer und Frauen müssen zusammenarbeiten. Man darf sich nicht gegenseitig unterdrücken, sondern muss sich gegenseitig unterstützen.“