Fukushima Jahrestag in Tokyo: 30.000 Demonstranten auf den Straßen

[So.,09-03-14] Heute, an diesem sonnigen Sonntagmittag, haben sich Tausende Menschen im Hibiya Park in Tokyo für die Gedenkveranstaltung zum Fukushima-Jahrestag eingefunden, mitten im politischen Machtzentrum Tokyos. Von 13 Uhr bis 14 Uhr (5 Uhr bis 6 Uhr MEZ) werden in der Hibiya Open-Air Concert Hall Reden von Betroffenen und Unterstützern gehalten. Da die Tribünen der Halle nur etwa 5.000 Menschen fassen, müssen viele Teilnehmer draußen den Übertragungen zuhören. Vor dem Eingang der Halle werden Flyer verteilt und Unterschriften für verschiedene andere Aktionen gesammelt.

[So., 09.03.14] Hibiya Open-Air Concert Hall / Kundgebung zum 3. Fukushima Jahrestag

Ein Redner aus Fukushima mahnt, dass die Katastrophe noch nicht vorbei sei. Er habe zwar nichts gegen die Olympischen Spiele, die 2020 in Japan geplant seien, aber man müsse bedenken, dass Fukushima nur 250 Kilometer von Tokyo entfernt liege und noch immer eine Bedrohung darstelle. Der oberste Priester des Tempels Hôkyô in der Stadt Nahara (Präfektur Fukushima), der von der hohen Strahlung dauerhaft aus seinem Tempel vertrieben wurde, berichtet von seiner Entschädigungsklage gegen die Verantwortlichen und fordert die Abschaltung aller Atomkraftwerke. Der bekannte japanische Komponist und Musiker Ryuichi Sakamoto lässt ein eigens komponiertes Lied einspielen.
[So., 09.03.14] Demonstration zum 3. Fukushima Jahrestag

Nach der Kundgebung folgt die Demonstration vom Hibiya-Park zum Sitz des Premierministers. Allerdings wird der Demonstrationszug von der Polizei immer wieder aufgehalten und in kleine Grüppchen aufgeteilt. Dennoch zählen die Veranstalter 30.000 Teilnehmer. An den Straßen haben sich Unterstützergruppen aufgestellt, die den vorbeikommenden Zug anfeuern. Trotz der Behinderung durch die Polizei ist die Stimmung kämpferisch. Man ist zufrieden mit der Aktion: Der Kampf muss und wird weitergehen.

[So., 09.03.14] Demonstration zum 3. Fukushima Jahrestag