Osaka Burg Park – Eine Oase zwischen Hochhäusern

 

[02.03.14] In die Metropole Osaka mit ihren über 2,6 Millionen Einwohnern eingebettet, bildet der Osaka Burg Park mit 1250 japanischen Pflaumenbäumen und 4500 Kirschbäumen ein beliebtes Ausflugsziel. In der Parkmitte erhebt sich die Burg Osaka. Im Hostel hatte man mir gesagt, das sei die wichtigste und beliebteste Attraktion der Stadt, sowohl Museum als auch Aussichtsplattform. So pilgere ich mit vielen anderen Menschen den Weg zur Burg hinauf. Zum Glück kann man am Eingang für wenig Geld sein Gepäck zwischenlagern. Mit dem Backpacker-Rucksack wäre esb_250_187_16777215_00_images_Beitrag_Burg_Osaka.jpg doch etwas mühsam geworden.

Das Museum erklärt, dass das Schloss 1496 erbaut, aber nach mehreren Machtwechseln 1615 schließlich zerstört wurde. 1620 begann man mit der zehn Jahre dauernden Rekonstruktion. Zwischendurch Armeestützpunkt und im zweiten Weltkrieg teilweise zerbombt, blieb nur der Haupttower erhalten.

"May I ask you where you come from?" Mitsuko und Kunio sind aus der Präfektur Aichi angereist. Interessiert erkundigen sie sich nach meinen Plänen. "You also learn German" sagt Mitsuko scherzend zu ihrem Mb_300_239_16777215_00_images_Beitrag_Mitsuko_und_Kunio.jpgann und er legt in gebrochenem, aber verständlichem Deutsch los. Bald sind wir allerdings bei einem englisch-japanischen Mix angelangt. Er sei Ingenieur und da habe man damals einfach Deutsch lernen müssen. Er sei tatsächlich auch in Heidelberg gewesen.

Während des angeregten Gespräches fällt mir auf, dass es offensichtlich noch immer als sehr ungewöhnlich empfunden wird, wenn Ausländer Japanisch sprechen. Immer wieder bleiben Japaner verdutzt stehen: Nicht-Japaner sprechen Japanisch? Da muss man schon zweimal hinhören.

b_300_224_16777215_00_images_Beitrag_Ausblick.jpgAm Aussichtspunkt angekommen zeigt sich ein bizarrer Anblick: Unten erstreckt sich der idyllische Park, nur durch einen Zaun getrennt von einem grauen Meer aus Hochhäusern. In Japan liegt eben alles etwas näher aneinander als in vielen anderen Ländern. So groß Japan als Industrienation in der Welt ist, so begrenzt ist es räumlich im Inneren. 126 Millionen Menschen leben hier auf 380.000 km2, eine Bevölkerungsdichte von 337 Einwohnern / km2. Zum Vergleich: in Deutschland kommen 226 Einwohner auf jeden km2, in Frankreich 97, in den USA nur 33. Wohl auch darum liegt in Japan vieles so eng aneinander: Alt und neu, prachtvolle Historie und graue Moderne, Individualität und Gemeinschaft.  Allein für diesen Anblick hat sich der Aufstieg gelohnt und ich bin jetzt umso gespannter auf die alte Kaiserstadt Kyoto.