Waldbrand nahe AKW Fukushima

[11.05.17] Update: Feuer nahe AKW Fukushima gelöscht!

Waldbrand in der Präfektur Fukushima nach zwölf Tagen gelöscht. 5.000 Einsatzkräfte waren an den Löscharbeiten beteiligt. 75 Hektar Wald sind zerstört. Verletzte gibt es wohl keine. Blitzeinschlag gilt als Brandursache.

Der japanische Fernsehsender NHK berichtet, dass das Feuer in der Waldregion nahe des Atomkraftwerks Fukushima am Nachmittag des 10.05. (Ortszeit) gelöscht wurde. Laut dem zuständigen Verwaltungsamt für Wälder und Felder seien etwa 75 Hektar Wald verbrannt: Im Bereich der Stadt Namie über 20 Hektar, in der benachbarten Stadt Futaba etwa 50 Hektar. Glücklicherweise ist wohl niemand verletzt worden.

Die gemessenen Strahlenwerte bleiben laut der Präfektur Fukushima weiterhin relativ konstant. Der Bürgermeister der Stadt Namie, Tamotsu Baba, erklärte diesbezüglich gegenüber NHK: „Wegen der unsicheren Informationen im Internet, werden wir die Strahlenwerte auch in Zukunft gründlich untersuchen, um Schaden durch Gerüchte zu vermeiden.“ Außerdem bedankte er sich bei den Einsatzkräften für die schwierige Arbeit.

An den Löscharbeiten waren, laut der japanischen Tageszeitung Asahi Shimbun, etwa 5.000 Menschen und 150 Flugzeuge beteiligt. Präfektur und Feuerwehr würden davon ausgehen, dass ein Blitzeinschlag das Feuer ausgelöst hat.

 

[09.05.17] Update: Brand setzt sich fort

Seit zehn Tagen setzten sich die Waldbrände in der Tohoku Region in Japan fort. Neben der Präfektur Fukushima sind nun auch die Präfekturen Iwate und Miyagi betroffen. Alle größeren japanischen Medien berichten mittlerweile.

Einige Brände konnten gelöscht werden. So berichtet die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun, dass ein Brand in der Stadt Aizu·Bange (Präfektur Fukushima) gelöscht werden konnte. Fünf Häuser sind abgebrannt, mindestens 10 Hektar des angrenzenden Waldes wurden zerstört. Auch ein Feuer in der Stadt Kurihara (Präfektur Miyagi) wurde nach etwa acht Stunden gelöscht. Mindestens elf Gebäude brannten nieder, 117 Haushalte wurden evakuiert. Allerdings wurden aktuell 348 Anwohner der Stadt Kamaishi (Präfektur Iwate) wegen Bränden im nahegelegenen Wald evakuiert. Aufnahmen der Asahi Shimbun vom 9.Mai zeigen dichte Rauchschwaden und die Löscharbeiten mit Hubschrauber.

Nach Präfekturangaben seien bislang etwa 50 Hektar abgebrannt, so die Mainichi Shimbun. Trockenheit und der anhaltende starke Wind erschwerten weiterhin die Löscharbeiten. Die Messstellen im Bereich der Stadt Namie würden aber nach wie vor keine signifikante Veränderung der Radioaktivität aufzeigen. Wie bereits am 04.05. berichtet, bestätigt Atomkraft-Experte Heinz Smital (Greenpeace), dass die Messungen stimmen könnten. Viel dramatischer sei aber die innere Belastung durch Radioaktivität, die unkontrolliert freigesetzt und eingeatmet werde.

Das Feuer war am Abend des 29.März (Ortszeit) ausgebrochen. Am Abend des 30.März schien es kurzzeitig, als hätte man den Brand weitgehend unter Kontrolle. Starker Wind entfachte ihn aber neu, woraufhin der Gouverneur der Präfektur noch am gleichen Tag um Katastrophenhilfe des japanischen Militärs bat, so die Zusammenfassung der Asahi Shimbun.

 

[04.05.17] Seit vier Tagen brennt eine Waldregion nahe des Atomkraftwerks Fukushima. 350 Rettungskräfte sind mit Hubschraubern im Einsatz. Witterung erschwert die Löscharbeiten.

Am Abend des 29.April (Ortszeit) ist nahe der Stadt Namie ein Waldbrand ausgebrochen. Bislang sind etwa 20 Hektar Wald verbrannt. Leider gibt es nur wenige Informationen in der überregionalen japanischen und deutschen Presse. Die japanische Tageszeitung Mainichi Shimbun berichtet in einem ausführlichen Artikel, dass etwa 350 Feuerwehrleute und Selbstverteidigungsstreitkräfte (japanisches Militär) mit Löschhubschraubern im Einsatz seien. Allerdings würden das schwierige Gelände, Trockenheit und starker Wind die Löscharbeiten erschweren. Die Kleinstadt Namie liegt etwa 13 Kilometer entfernt vom 2011 havarierten Atomkraftwerk Fukushima und war von der Reaktorkatastrophe stark betroffen. Aufgrund der Kontamination müssten die Einsatzkräfte zusätzliche Strahlenschutzkleidung tragen, so die Mainichi Shimbun, die auf YouTube ein vor-Ort-Video mit englischen Untertiteln veröffentlicht hat.

Die Präfektur Fukushima berichtet, dass bislang keine signifikante Strahlenerhöhung gemessen wurde. Heinz Smital ist Atomkraft-Experte bei Greenpeace und führt mit seinem Team regelmäßig Strahlenmessung in der Präfektur Fukushima durch. Er sagt, es sei gut möglich, dass die Strahlung in Brandnähe kaum gestiegen sei, da es dort ohnehin eine hohe Grundbelastung gebe. „Die Gefahr ist aber, dass durch den Brand große Mengen der schon vorhandenen Radioaktivität unkontrolliert freigesetzt und eingeatmet werden.“ Diese innere Belastung sei das Dramatische.

Laut den zuständigen Behörden wurden viele Gebiete nach der Reaktorkatastrophe 2011 zu 100 Prozent dekontaminiert. Das betreffe aber nur die dafür eingeplanten Flächen, erklärt Atomkraftexperte Smital. „Das sind oft nur kleine Streifen um Häuser herum. Bereits zehn bis zwanzig Meter weiter ist der Wald schon wieder hochkontaminiert. Allein durch Regen besteht die Gefahr, dass die offene Radioaktivität auf die dekontaminierten Flächen gespült wird.“ Durch den Brand würden die unterschiedlichen radioaktiven Stoffe in Luft und Asche aufgenommen und weitergetragen.

Die Nachrichtenplattform Spreadnews, die früh über die Waldbrände berichtete, warnt bereits vor einer „Hysterie im Internet“. Insbesondere über Twitter würden sich bereits Falschmeldungen verbreiten und einige User glaubten, dass Informationen zurückhalten würden.

Zur Sorge einiger Betroffener, die Radioaktivität könnte vom Wind bis nach Tokio getragen werden erklärt Smital, es sei grundsätzlich möglich, dass sie mehr als 100 Kilometer weitergeweht werde. „Aber, ob das wirklich eine Gefahr darstellt, wird man messen müssen.“